Comité Popular por Nuestros Territorios – FRENTE A HABITAT III

Deklaration für die Verteidigung unserer Territorien

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Quito, 20. Oktober 2016

Deklaration für die Verteidigung unserer Territorien

Extreme Spekulation, die Grundlage der neuen globalen Wirtschaft, hat ihren Wachstumsmotor in den Städten. Urbanisierungsprozesse stellen sich als unvermeidlich dar, und die offiziellen Agendas basieren darauf, um zu verschleiern, wie Städte zur Ware, zu Wunschobjekten für die Akkumulation von Kapital, geworden sind. Das hat zu segregierteren und ungerechteren Städten geführt, in denen sich die systematische Gewalt eines patriarchalischen, rassistischen, und xenophoben Systems reproduziert. In diesem Modell hat sich der Zugang zu Dienstleistungen mehr in ein Privileg als in ein Recht verwandelt.

Gleichzeitig wird der ländliche Raum vergessen und dadurch die Hälfte der Weltbevölkerung, die dort lebt. Den Bewohnerinnen und Bewohnern dort wird die Möglichkeit verwehrt, durch eine direkte Kontrolle über den Finanz- und Immobilienmarkt zu planen und über ihre Territorien zu bestimmen. Die Grenzen zwischen der städtischen und ländlichen Welt verwischen mehr und mehr, und der wachsende Konflikt der zwischen den Territorien besteht, zwischen denen, die ihre ganze Macht nutzen, um sich die Territorien anzueignen und Geschäften zu machen und denen, die sich dieser Enteignung widersetzen und um den Erhalt ihrer Rechte kämpfen, wird offensichtlich. Das Wachstum, welches das herrschende Urbanisierungsmodell entwirft und unterstützt, generiert nicht nur beträchtliche Ungleichheiten in der Stadt, sondern eignet sich durch sein Zivilisationsprojekt auch die Territorien anderer Gemeinschaften und Völker an. Seine Hauptopfer sind die ursprünglichen Völker, die Bäuerinnen und Bauern, die Schäferinnen und Schäfer und weitere Teile der Bevölkerung, die, neben vielen weiteren Bedrohungen, von Großprojekten, großen Straßen und Bergbau betroffen sind.

Die Verdrängung der Bevölkerung und die Migrationskrisen werden immer schlimmer, verschärft durch den aktuellen Klimawandel und die Kriege um Ressourcen, die durch Staaten und transnationale Konzerne, Antreiber des bestehenden Entwicklungsmodells, gefördert werden. Dieses Modell bringt Klimaphänomene mit sich, die den gesamten Planeten in Mitleidenschaft ziehen, mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Natur, Lebewesen und die Bevölkerung im Allgemeinen, vor allem für die Verwundbarsten. Wir, die Stimmen des Widerstandes, verteidigen eine Wechselbeziehung zwischen den verschiedenen Territorien, die nicht auf kultureller Homogenisierung, Unterordnung, Ausschließung, oder auf Abhängigkeit gründet. Dazu ist es notwendig, das Produktions-Konsum-Modell zu ändern, lokale Märkte und lokale ökonomische Kreisläufe zu revitalisieren und die Ernährungssouveränität zu fördern.

Das gegenwärtige Urbanisationsmodell ist Manifestation des kapitalistischen Systems, eine Form von ausschließendem und erpresserischem Entwicklungsmodell, welches nur einem Prozent der Weltbevölkerung nutzt. Hiervor ist es notwendig, mit einem ganzheitlichen Habitat-Ansatz die Kämpfe um die Verteidigung unserer Territorien zu koordinieren, gegen den neoliberalen Wellenschlag, Räumungen und Ausplünderungen kämpfend, und dabei Menschenrechte, das Recht auf Boden, auf Wasser, auf Wohnraum, auf Stadt und Nicht-Stadt sowie die soziale Funktion des Eigentums und der sozialen Produktion des Habitats zurückzufordern. Vereint im Widerstand Habitat III verteidigen wir unsere Territorien, um es allen von uns zu ermöglichen, an echten demokratischen Entscheidungsprozessen, von der Stadtteilebene bis zur nationalen und internationalen Ebene zu partezipieren.

Während das was als „Neue Urbane Agenda“ von VN-Habitat bezeichnet wurde in einem militarisierten Bunker hinter dem Rücken der Menschen ausgearbeitet wurde, machen wir, Völker, Gemeinschaften und Bewohnerinnen und Bewohner aus 35 Ländern der Welt, einen Aufruf für das Recht, in voller Autonomie und ausgehend von der Diversität des Geschlechts, der Ethnie, der Kultur und der Herkunft, ausgehend von der geteilten Sorge und der Souveränität über unsere Körper, einen Aufruf. Wir, die Unsichtbaren, die 99 Prozent der Menschen, die diesen Planeten bewohnen, erheben unsere Stimmen gegen Ausschließung, Räumungen und die Kriminalisierung des Protests, Anerkennung und Respekt für vielfältige Lebensformen fordernd. Von der Mitte der Welt aus bringen wir, durch und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, die Errichtung einer ganzheitlichen Habitat-Agenda voran. In diesem Prozess werden populären Initiativen wie das Internationale Gericht zu Zwangsräumungen gestärkt und der Zusammenfluß der sozialen Bewegungen in der Verteidigung unserer Territorien gefördert.

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